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Diaspora oder neue Heimat? Migration in die Ostschweiz

CHF 32.00
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Diaspora oder neue Heimat? Migration in die Ostschweiz

CHF 32.00

Martin Arnold, Urs Fitze

Buchgestaltung: Eveline Arnold
272 Seiten, 65 Abbildungen, 17,5 × 24 cm,
Broschur

ISBN 978-3-7291-1212-4
CHF / EUR 32.–

Die Ghanesin, die ihrer Liebe in die Ostschweiz gefolgt ist, erlebt ihr Gastland als gastlich und garstig zugleich. Mit Letzterem meint sie nicht nur das Wetter.

27 Menschen mit Migrationshintergrund erzählen den Autoren Martin Arnold und Urs Fitze in diesem Buch ihre Geschichte, vom tamilischen Gastwirt in einem Appenzeller Dorf über die Seconda, die es zur Stadtpräsidentin gebracht hat, bis zum jungen Afghanen, der nach verlorenen Jahren als minderjähriger Geflüchteter den Lehrabschluss geschafft hat. Es zeigt sich, dass die Frage nach Diaspora oder neuer Heimat oft eine Generationenfrage ist. Integration braucht Zeit.

Diese Porträts sind ein wichtiger Baustein dieses Buches. Sie geben der Migration von Hunderttausenden ein Gesicht, die seit Ende des 19. Jahrhunderts die Ostschweiz bevölkert haben, in den meisten Fällen nur auf Zeit. Die Autoren erzählen diese Geschichte bis in die Gegenwart. Die Menschen kamen immer dann aus dem Ausland, wenn die Wirtschaft nach ihnen dürstete.

Politik und Behörden, getragen von weiten Teilen der Bevölkerung, verfolgten seit den 1930er-Jahren über Jahrzehnte eine Politik der Begrenzung der Ausländerzahl mit dem Saisonnierstatut. Die Menschlichkeit blieb dabei oft auf der Strecke, etwa beim verweigerten Familiennachzug, was Eltern zwang, ihre Kinder in Verstecken zu halten. Diese Politik scheiterte.

Weit mehr Ausländerinnen und Ausländer sind geblieben als geplant. Das liegt an ihrer Hartnäckigkeit, ihrem starken Willen, dem Lebensweg, der es, gerade mit Kindern, anders meint, einer Wirtschaft, die um ihren hohen beruflichen Wert weiss, und einem privaten und gesellschaftlichen Umfeld, das die garstige Politik mit Gastlichkeit, Freundschaft und Liebe konterkariert.

Das Leben meint es anders. Auch davon erzählen die Autoren. Mit der Einführung der Personenfreizügigkeit endete dieses Regime 2002 zumindest für EU-Bürgerinnen und -Bürger. Rund ein Viertel der Ostschweizer Bevölkerung hat heute keinen Schweizer Pass. Die politischen Debatten um eine Begrenzung der Ausländerzahl sind damit eher noch befeuert worden. Mehr Gelassenheit, so die Autoren, täte Not.

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Martin Arnold, Urs Fitze

Buchgestaltung: Eveline Arnold
272 Seiten, 65 Abbildungen, 17,5 × 24 cm,
Broschur

ISBN 978-3-7291-1212-4
CHF / EUR 32.–

Die Ghanesin, die ihrer Liebe in die Ostschweiz gefolgt ist, erlebt ihr Gastland als gastlich und garstig zugleich. Mit Letzterem meint sie nicht nur das Wetter.

27 Menschen mit Migrationshintergrund erzählen den Autoren Martin Arnold und Urs Fitze in diesem Buch ihre Geschichte, vom tamilischen Gastwirt in einem Appenzeller Dorf über die Seconda, die es zur Stadtpräsidentin gebracht hat, bis zum jungen Afghanen, der nach verlorenen Jahren als minderjähriger Geflüchteter den Lehrabschluss geschafft hat. Es zeigt sich, dass die Frage nach Diaspora oder neuer Heimat oft eine Generationenfrage ist. Integration braucht Zeit.

Diese Porträts sind ein wichtiger Baustein dieses Buches. Sie geben der Migration von Hunderttausenden ein Gesicht, die seit Ende des 19. Jahrhunderts die Ostschweiz bevölkert haben, in den meisten Fällen nur auf Zeit. Die Autoren erzählen diese Geschichte bis in die Gegenwart. Die Menschen kamen immer dann aus dem Ausland, wenn die Wirtschaft nach ihnen dürstete.

Politik und Behörden, getragen von weiten Teilen der Bevölkerung, verfolgten seit den 1930er-Jahren über Jahrzehnte eine Politik der Begrenzung der Ausländerzahl mit dem Saisonnierstatut. Die Menschlichkeit blieb dabei oft auf der Strecke, etwa beim verweigerten Familiennachzug, was Eltern zwang, ihre Kinder in Verstecken zu halten. Diese Politik scheiterte.

Weit mehr Ausländerinnen und Ausländer sind geblieben als geplant. Das liegt an ihrer Hartnäckigkeit, ihrem starken Willen, dem Lebensweg, der es, gerade mit Kindern, anders meint, einer Wirtschaft, die um ihren hohen beruflichen Wert weiss, und einem privaten und gesellschaftlichen Umfeld, das die garstige Politik mit Gastlichkeit, Freundschaft und Liebe konterkariert.

Das Leben meint es anders. Auch davon erzählen die Autoren. Mit der Einführung der Personenfreizügigkeit endete dieses Regime 2002 zumindest für EU-Bürgerinnen und -Bürger. Rund ein Viertel der Ostschweizer Bevölkerung hat heute keinen Schweizer Pass. Die politischen Debatten um eine Begrenzung der Ausländerzahl sind damit eher noch befeuert worden. Mehr Gelassenheit, so die Autoren, täte Not.