Das Zeughaus Teufen und die VGS Verlagsgenossenschaft laden herzlich zur Aussstellungs- und Buchvernissage von Café Spörri ein.
Samstag, 11. April 2026, 17 Uhr
Zeughaus Teufen
Zeughausplatz 1
9053 Teufen
Vernissageprogramm:
In einem kurzen Gespräch mit Hanspeter Spörri und Lilia Glanzmann tauchen wir in die vielseitige Geschichte des Café Spörri ein. Im Anschluss geniessen wir den legendären «Riz Casimir» nach Originalrezept. Zubereitet wird der Klassiker von Heidi Weishaupt vom Restaurant «Trübli», die das Kochen einst im Café Spörri erlernt hat. Begleitet wird das Essen unter anderem von Champagner, solange der Vorrat reicht.
Schon die Patissier:innen und Confiseur:innen haben ihre süssen Geheimnisse stets mitgenommen und in die Welt hinausgetragen. Genau diesen Geist wollen wir aufleben lassen. An einer grossen, bunten Dessert-Tafel teilen wir Genuss und Wissen: Bring einfach deinen Lieblingskuchen oder dein liebstes Familien-Dessert mitsamt dem Rezept mit und lass uns gemeinsam schlemmen und entdecken.
Zur Ausstellung
Wir bewegen uns oft zwischen den Welten: von Paris ins Appenzellerland, vom Grand Hotel in die Dorfstube, auf der Suche nach Schutz und Fortschritt. Das Café Spörri verband diese vermeintlichen Gegensätze mühelos und brachte das Menschliche in uns zum Vorschein. Über Jahrzehnte war das Café mehr als eine Konditorei; es war das «Stadtcafé im Appenzellerland». Die Geschichte begann mit Jacques Spörris Wanderjahren während der Belle Époque, die ihn von Nizza über Paris bis nach Glasgow führten. Das dort erlernte Handwerk legte den Grundstein für eine Dynastie, die Teufen prägte. Unter Peter und Helen Spörri avancierte das Haus in den 1960er- und 70er-Jahren zum «Bijou», in dem Bundesräte, Filmstars und die Dorfjugend gleichermassen verkehrten.
Die Ausstellung ist ein Beitrag zur Debatte um Baukultur und den Wandel des Dorflebens. Sie regt dazu an, über den Wert von Treffpunkten nachzudenken – Orte der Begegnung, an denen die Welt für einen Moment stillstand. Doch die Geschichte erzählt auch vom schmerzhaften Ende: dem Ringen um einen Neubau, dem Konflikt zwischen betrieblicher Notwendigkeit und Ortsbildschutz sowie dem Verlust eines identitätsstiftenden Ortes.
Die Szenografie macht das einstige «Wiener Café auf dem Land» fragmentiert und durch das Archiv von Hanspeter Spörri wieder erfahrbar Sie zeigt Original-Exponate, von den Rezeptkladden der Wanderjahre bis zu Relikten des Interieurs. Die Ausstellung dokumentiert nicht nur die Kunst der Patisserie, sondern auch den gesellschaftlichen Wandel von der handwerklichen Grundversorgung zum Erlebnis-Sektor. Sie stellt die Frage: Wie viel Veränderung verträgt ein Dorfzentrum, und was bleibt, wenn der Treffpunkt geht, aber das Haus weiter steht?
Zur Aussttellung gibt es ein vielfältiges Besucherprogramm: https://zeughausteufen.ch/agenda
Die Publikation bekommen Sie in Ihrer Buchhandlung, im Zeughaus Teufen oder hier im Onlineshop.
Zeughaus Teufen, David Glanzmann, Lilia Glanzmann, Hanspeter Spörri (Hrsg.)
Buchgestaltung: TGG Design Agentur, St. Gallen
180 Seiten, ca. 240 Abbildungen, 15,4 × 21 cm, Wire-O-Bindung
ISBN 978-3-7291-1213-1
CHF / EUR 30.–
Lieferbar
Anlässlich der Ausstellung Café Spörri im Zeughaus Teufen erscheint die gleichnamige Begleitpublikation.
Die Geschichte des Café Spörri ist untrennbar mit der Familie Spörri verbunden, angefangen mit Jakob «Jacques» Spörri (1881–1963), dessen Vision den Grundstein für eine jahrzehntelange Tradition legte. Bevor das Haus zu jener Institution wurde, die über Generationen hinweg als «Stadtcafé im Appenzellerland» bekannt sein sollte, durchlief Jacques Spörri eine aussergewöhnliche berufliche Odyssee. Seine Lehr- und Wanderjahre führten ihn zu Beginn des 20. Jahrhunderts quer durch Europa, vom Genfersee über das mondäne Nizza und Paris bis hin in die nebligen Gassen Glasgows und zurück in die touristischen Hochburgen der Schweiz. Es war eine Zeit der «Belle Époque», in der die Konditorkunst ihre Blütezeit erlebte und in der ein junger Handwerker nicht nur Rezepte, sondern auch Sprachen, Kulturen und den Umgang mit einer anspruchsvollen internationalen Klientel erlernte.
Die vorliegenden Arbeitszeugnisse, sorgfältig aufbewahrte Papierdokumente in verschnörkelter Handschrift oder auf gedrucktem Briefkopf, zeichnen den Lebensweg eines Handwerkers nach, der seine Kunst mit Leidenschaft und Disziplin perfektionierte. Sie sind nicht nur Belege für Anstellungen, sondern Zeugen einer europäischen Bildungsreise, die das Fundament für die spätere Qualität und den Ruf des Café Spörri legte.
Wir bewegen uns oft zwischen den Welten: von Paris ins Appenzellerland, vom Grand Hotel in die Dorfstube, auf der Suche nach Schutz und Fortschritt. Das Café Spörri verband diese vermeitlichen Gegensätze mühelos und brachte das Menschliche in uns zum Vorschein. Unter Peter und Helen Spörri avancierte das Haus in den 1960er- und -70er-Jahren zum «Bijou», in dem Bundesräte, Filmstars und die Dorfjugend gleichermassen verkehrten.
Ausstellung und Buch sind ein Beitrag zur Debatte um Baukultur und den Wandel des Dorflebens. Sie regen dazu an, über den Wert von Treffpunkten nachzudenken – Orte der Begegnung, an denen die Welt für einen Moment stillstand. Doch die Geschichte erzählt auch vom schmerzhaften Ende: dem Ringen um einen Neubau, dem Konflikt zwischen betrieblicher Notwendigkeit und Ortsbildschutz sowie dem Verlust eines identitätsstiftenden Ortes.